Karsten Zipp - Gießener AnzeigerMenschen leben, solange wir uns an sie erinnern. Daran musste ich denken, als ich vom Tod meines alten Tischtennis-Mitspielers Lothar Batz erfuhr. Jahrelang hatte ich mit dem in den Kreisklassen gefürchteten Abwehrstrategen mit der Vorhandpeitsche bei Grün-Weiß Gießen in einer Mannschaft gespielt. Lothar kam im ersten Moment manchmal etwas knurrig daher, war aber der liebenswerteste Sportkamerad, den man haben kann. Und für mich unvergesslich bleiben unsere Nachtausflüge. Ungefähr einmal im Jahr sagte Lothar nach irgendeinem Ligaspiel zu mir: „Karsten, heute müssen wir mal wieder ins Scara!“ Und dann fuhren wir beide in die Gießener Discothek „Scarabee“ im Riegelpfad. Und jedes Mal sagte der gut 15 Jahre ältere Lothar zu mir, während wir von wüsten Hardrock-Klängen beschallt wurden: „Hat sich nichts geändert, nur die Musik ist langweiliger geworden.“ Was eben kaum jemand wusste: Der große Jazz-Liebhaber Lothar arbeitete Ende der wilden 60er Jahre als Geschäftsführer des „Scara“. Diese Ausflüge werde ich nie vergessen. Und nicht nur deshalb auch den Lothar nie.

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