Stimmen aus den Vereinen im Kreis Gießen zum Ende der Tischtennis-Saison mit "eingefrorenen" Tabellen.

Am 1. April verkündete der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) das Ende der laufenden Saison. Die Rangfolgen zum Zeitpunkt der Aussetzung der Spielzeit sollen als Abschlusstabelle gewertet werden. Inzwischen gibt es seit dem 1. April eine Online-Petition gegen diese Entscheidung und hatte am Sonntagmorgen 536 Unterschriften.
Den Landesverbänden wurde es überlassen, Auf- und Abstiegsregelungen festzulegen. Der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) stellte diese Regelungen bereits am Donnerstag vor (siehe gestrige Ausgabe).

Ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich diese wirken können, ist der NSC Watzenborn-Steinberg. Für dessen zweite Herren-Mannschaft sind die Entscheidungen positiv, während aus der "Ersten" ein echter Härtefall hätte werden können. Diese rangiert ohne Punktverlust auf dem zweiten Platz der Hessenliga. Davor steht der TSV Besse mit zwei Minuspunkten. Dieser hat aber zwei Partien mehr absolviert und ist dadurch Spitzenreiter. Dazu sagt NSC-Mannschaftsführer Stefan Harnisch: "Unsere Situation ist natürlich absolut absurd. Zum Glück kam die Nachricht, dass wir auch aufsteigen. Die Wertung der abgelaufenen Saison ist die denkbar unglücklichste Lösung, die man treffen konnte. Tischtennis ist schon seit langer Zeit eine Sportart ohne geregelten Spieltag. Es wird kreuz und quer gespielt und viele Ligen haben Mannschaften mit mehr als drei Spielen Unterschied. Meines Erachtens wäre die Wertung der Hinserie die sportlich fairste Lösung gewesen. Grundsätzlich sinnvoll ist es, die Runde abzubrechen, da ein geordneter Spielbetrieb in der nächsten Zeit nicht möglich sein wird. Allerdings finde ich das Argument ,Planungssicherheit für Vereine und Sponsoren zu schaffen' ziemlich illusorisch. Einen Spielbetrieb ohne Impfstoff kann ich mir einfach nicht vorstellen und dieser wird ganz sicher nicht bis zum Rundenbeginn vorhanden und vor allem verteilt sein. Wahrscheinlich ergibt es sogar Sinn, alle kommenden Fristen erst einmal auszusetzen, da eine echte Planung völlig unmöglich ist.

Zu den "eingefrorenen" Tabellen meint Jürgen Boldt (Gießener SV): "Diese Regelung hat uns etwas verwundert. Wir hatten eher eine Wertung der Halbrunde erwartet und favorisiert. Eine komplette Nichtwertung der Saison hätten wir allerdings als ungerecht empfunden. Generell ist es ja so, dass irgendeine Entscheidung getroffen werden musste. Da gibt es immer welche, für die das gut ist und andere, die Nachteile haben. Für uns ist es mit voraussichtlich drei Aufsteigern sehr positiv gelaufen."

Steffen Kreiling (TTC Wißmar) erklärt: "Es war, glaube ich, für die Verantwortlichen keine einfache Aufgabe, wie diese Runde gewertet werden sollte, da sich sicher mit jeder Entscheidung irgendjemand benachteiligt fühlt. Die beschlossene Wertung mit dem "eingefrorenen" Tabellenstand zum 13. März halte ich für die beste Lösung, weil ich der Meinung bin, erbrachte Leistung sollte gewertet werden. Durch Verlegungen und Doppelspieltage haben Mannschaften in einigen Tabellen unterschiedliche Anzahlen von absolvierten Partien, was ein Nachteil dieser Wertung ist, aber vielleicht besteht hier noch die Möglichkeit, Härtefallregelungen zu schaffen. Es ist gut für die Vereine, dass ein Ergebnis feststeht. Ob hoffentlich eine Verbandsrunde im September beginnen kann, werden wir erst in den nächsten Monaten sehen. Zurzeit gibt es Wichtigeres."

Dirk Schimmel (TV Großen-Linden) sagt: "Die Saison vorzeitig zu beenden, war aus unserer Sicht unumgänglich. Für die Mannschaften des TV ändert der Abbruch fast nichts und wir sind mit den Ergebnissen zufrieden. Da alle Mannschaften, die eine Relegation um den Auf- oder Abstieg hätten spielen müssen, seitens des HTTV die Chance bekommen, in der höheren Klasse zu spielen, sind die vom Abbruch benachteiligten Mannschaften die, die jetzt auf dritten oder vierten Tabellenplätzen stehen. Manche dieser Mannschaften haben weniger Minuspunkte als das vor ihnen platzierte Team. Das sind aber sicher Einzelfälle und vielleicht lassen sich hier auch noch individuelle Lösungen finden."

Christine Lenke (TSF Heuchelheim) äußert sich so: "Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation und tragen daher als Verein auch die Entscheidung des Verbandes zur sofortigen Beendigung der aktuellen Saison mit. Herausragendes Ergebnis der Runde aus TSF-Sicht war sicherlich der erste Platz unserer Hessenliga-Jungs. Wie man hört, werden die Deutschen Meisterschaften, für die sich die Mannschaft qualifiziert hat, verschoben und nicht abgesagt. Das wäre für die Jungs zu wünschen. Der wichtigste Sieg dieser Tage wird aber der gegen das Coronavirus sein, damit wir alle bald wieder an der Platte stehen können."

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