Gießenerin verteidigt Titel im Einzel und Doppel der U19 - Die Gießenerin Lorena Morsch ist in der U19 eine Klasse für sich. © IMAGO/Karina Hessland-Wissel
Die größte nationale Veranstaltung im deutschen Tischtennissport, eine Multi-DM mit sechs deutschen Meisterschaften (Damen und Herren, Jugend in den Altersklassen U15 und U19, Seniorinnen und Senioren von der 40er-Klasse bis zu den über 90-Jährigen sowie Leistungsklassen), fand vom 4. bis 7. Juni in Erfurt statt. Und überall war der heimische Tischtenniskreis mit Akteurinnen und einem Akteur vertreten. Lorena Morsch (Gießen/TSV Langstadt) gab bei den Erwachsenen mit dem Gewinn von zwei Bronzemedaillen bereits eine gute Figur ab, in ihrer Altersklasse U19 gelang ihr gar die Titelverteidigung im Einzel und im Doppel.
Mit Silber im Mixed und Bronze im Doppel kann sich die Leistung von Kira Aeberhard (Heuchelheim/TSV Korntal) bei den U15 ebenfalls sehen lassen. Im Einzel verhinderten zwei 2:3-Niederlagen das Weiterkommen von Dieter Buchenau (Gießener SV/Senioren 60). Dafür unterlag der Gießener mit Partner Jörg Weyrich (SV Darmstadt 98) erst im Endspiel den deutschen Meistern Gäßler/Kaping. Die Spielerin Karolin Müller (SV Riestedt/Sachsen-Anhalt) wurde bei den Wettkämpfen der Leistungsklassen Damen A für Céline Kreiling (TTC Wißmar) zum Schicksal: Im Einzel sowie Mixed bedeutete das Zusammentreffen mit Müller das Aus im Achtelfinale, im Doppel mit Partnerin Kerstin Beck (TTC Staffel) besiegten Müller/Dutkiewicz das hessische Duo hauchdünn mit 12:10 im Entscheidungssatz und verhinderten damit den Sprung der Wißmarerin auf das Podium.
Das ausgesprochene Ziel von Lorena Morsch war es, in jeder Konkurrenz bei den U19 eine Medaille zu erspielen. Damit setzte sie sich selbst unter Druck, zumal sie als zweifache Titelverteidigerin an den Start ging. Und Morsch hielt dem Druck stand. Im Einzel marschierte die Gießenerin durch und gab insgesamt nur zwei Sätze ab. Im Endspiel kam es zu einer Neuauflage gegen Itagaki (TSV Bad Königshofen/Bayern), das 2025 mit 4:3 gewonnen worden war. Der erste Satz ging mit 4:11 weg, dann hatte sich Morsch aber auf das Noppenspiel der aktuellen U15-Europa- und Weltmeisterin eingespielt und gewann die folgenden drei Sätze zum erneuten Meistertitel. Und auch im Doppel gelang die Titelverteidigung, dieses Mal mit Josephina Neumann (TV Okarben). Die Gesamtbilanz im Doppel liest sich unglaublich, denn Morsch wurde jetzt zum vierten Mal in Folge deutsche Meisterin! Aber auch die dritten Plätze im U19-Mixed und bei den Erwachsenen mit Noah Hersel (SV Velbert) sollen nicht unerwähnt bleiben.
Nach dem überraschenden Einzug ins Halbfinale mussten Morsch/Hersel da den späteren deutschen Meistern Winter/Ovtcharov Reverenz erweisen. Im Doppel unter den letzten acht verloren Morsch/Kalaizidou (Bor. Düsseldorf) ebenfalls gegen die späteren deutschen Meister Kaufmann/Shan. Aber auch die Bilanz im Einzel kann sich sehen lassen: Als ungeschlagene Gruppensiegerin qualifizierte sich Morsch für das Hauptfeld, kam dann jedoch, wie schon im Vorjahr, gegen die Topgesetzte und Nummer 9 der Welt, Sabine Winter (TSV Dachau,) und verlor nach gutem Spiel mit 1:4.
Auch nach der DM in Erfurt kommt Lorena Morsch nicht zur Ruhe, denn in Kürze steht die U21-EM an und im Juli die U19-EM.
Aeberhard verdient sich Silber und Bronze
Neben dem überragenden Auftritt von Lorena Morsch konnten weitere heimische Akteure kleinere Erfolge feiern. Kira Aeberhard (Heuchelheim/TSV Korntal-Baden-Württemberg) hatte über den vierten Platz bei der Top 24 der Jugend-15-Bundesrangliste überraschend einen Startplatz für die Finals der Jugend 19 bekommen. Das Turnier startete für sie mit Mixed-Partner Wagner, der später deutscher Meister im Einzel und Doppel werden sollte. Man überstand jedoch nicht die Runde 1. Dafür lief es im Einzel besser. Gegen die favorisierte Zweitliga-Spielerin Faltermayer (Bayern München) ging zwar das erste Einzel noch knapp mit 2:3 verloren, durch einen sensationellen 3:0-Erfolg über Stelting (2. Liga/TSV Langstadt) und abschließend einen weiteren 3:0 über Müller (Sachsen-Anhalt) wurde Aeberhard sogar Gruppensiegerin und übernahm die Setzungsposition von Faltermayer. Dadurch musste sie in der Endrunde erst im Achtelfinale antreten. Dort war dann nach einem umkämpften 1:3 gegen Gao (2. Liga/TTC Salmünster) Endstation.
Im Doppel mit ihrer Korntaler Teamkollegin Pardela gelang in der ersten Runde ein 3:2-Sieg, dann führte das Duo gegen die Kombination Meyer/Tschimpke aus Niedersachsen mit 2:0. Doch das Spiel kippte und ging mit 11:13 im Entscheidungssatz verloren. In ihrer eigentlichen Altersklasse U15 gelang an der Seite von Grob (TSV Herrlingen/Baden-Württemberg) nach einem Freilos und zwei ungefährdeten Siegen der Einzug ins Halbfinale. Hier war dann gegen die späteren Sieger Walter/Jia (Ingolstadt/Langstadt) Schluss. Im Mixed an der Seite von Nickel (TTC Bietigheim-Bissingen) ging es sogar noch eine Runde weiter. Im Halbfinale gegen Li/Lenz (Düsseldorf/Hiltrup) endete beim Stand von 1:2 und 0:6 eine spektakuläre Aufholjagd mit 11:6. Und auch im Entscheidungssatz konnte ein 7:9 in ein 11:9 gedreht werden. Im Finale war beim 1:3 gegen die Topfavoriten Phong/Rotfuß (Bietigh.-Biss./Renchen) nichts zu holen.
Im Einzel lief es zäh an, Kira Aeberhard wirkte etwas müde von der Doppelbelastung (U15/U19). Durch ihre Gruppe kam sie ungeschoren davon. Infolge einer Leistungssteigerung bezwang sie Niu (TTC Staffel) mit 3:1. Im Viertelfinale gegen Rothfuß blieb es bei einem Satzgewinn von 16:14 im ersten Durchgang.
Im Einzel fehlte Dieter Buchenau (Gießener SV) bei den Senioren 60 das berühmte Quäntchen Glück, um die Hauptrunde zu erreichen. Denn die beiden 2:3-Niederlagen gegen Schölhorn (TV Woringen/Bayern) und Quade (TTC Waldniel/Nordrhein-Westfalen) konnten das 3:1 gegen Köhler (E. Diesdorf) nicht ausgleichen. Aber auch im Doppel hatte Buchenau mit Partner Jörg Weyrich (SV Darmstadt 98) Schwerstarbeit zu verrichten: Gegen Lehmann/Lietzau (TTF Hohberg/TB Untertürkheim) gab es ein 11:4 im Entscheidungssatz, gegen Wittmann/Schölhorn (Landshut/Woringen) und danach Michajlov/Ostendarp (PSV Oberhausen/BW Annen) hauchdünne Entscheidungen im fünften Satz beim jeweiligen 3:2. Im Endspiel gegen Gäßler/Kaping (TTV Edenkoben/TTC Eberswalde) konnte man nach einem 11:9 im dritten Durchgang auf eine Wende hoffen, jedoch vergeblich.
Kreiling glücklos
Céline Kreiling (TTC Wißmar) qualifizierte sich mit einer Bilanz von 2:1 für die Einzel-Hauptrunde Leistungsklasse A der Damen. Müller, gegen die die Wißmarerin in der ersten Hauptrunde mit 2:3 nach wechselhaftem Verlauf abgab, sollte sie noch zweimal begegnen. Im Mixed mit Partner Karl (TSG Eddersheim) traf das Duo nach einem 3:0-Erfolg in der zweiten Runde auf Müller/Roß (Riestedt/Hettstedt) und musste sich mit 1:3 geschlagen geben. Die bitterste Niederlage kassierte Kreiling dann im Viertelfinale des Damen-Doppels mit Beck (TTC Staffel). Das hessische Duo führte mit 2:1 gegen das topgesetzte Doppel aus Sachsen-Anhalt. Nach 6:11 und einem sehr unglücklichen 10:12 war der Traum von einer DM-Medaille vorbei.






