Im Schutzanzug wird mit eingeschränkter Sicht- und Bewegungsfreiheit Tischtennis gespielt - Lich - Da kommt man ganz schön ins Schwitzen – und das lag nicht etwa an den Temperaturen um die 36 Grad, sondern vielmehr an der ungewöhnlichen Bekleidung beim ersten im Don-Bosco-Saal im Gemeindezentrum der katholischen Kirche St. Paulus Lich ausgetragenen CSA-Tischtennis-Cup. Dieser feierte seine Premiere im Landkreis Gießen im Rahmen des „Tags der Feuerwehr“ anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Lich.
Zehn Teams mit jeweils drei Spielern traten dabei in vollständigen Chemikalienschutzanzügen (CSA) gegeneinander an. Bevor überhaupt der erste Ball gespielt werden konnte, mussten die Feuerwehrleute in ihre spezielle Schutzkleidung schlüpfen. Der Chemikalienschutzanzug ist gasdicht und schützt die Einsatzkräfte bei Gefahrguteinsätzen vor gefährlichen Stoffen. Zusätzlich tragen die Feuerwehrleute darunter ein Atemschutzgerät.
Der Anzug schränkt Bewegungsfreiheit, Sicht und vor allem die Fingerfertigkeit deutlich ein – Bedingungen, unter denen Tischtennis ohnehin schon eine Herausforderung ist. Bei 36 Grad wurde der sportliche Wettkampf damit auch körperlich zu einer echten Belastungsprobe.
Organisiert wurde der Wettbewerb federführend von den GABC-Einheiten des Landkreises Gießen. Zum Organisationsteam gehörten Markus Trinklein (Linden), Jan Babutzka und Carola Junker sowie André Enders (Grünberg), Ben Gleske und Daniel Moll (Hungen) und Kevil Boll (Laubach). Sie alle sind Kräfte des GABC-Zuges des Landkreises Gießen. Ausrichter der Premierenveranstaltung war der Kreisfeuerwehrverband Gießen, dessen Vorsitzender Roland Kraus und Kreisbrandinspektor Mario Binsc gemeinsam die Siegerehrung vornahmen.
Beim CSA-Cup ging es um weit mehr als einen ungewöhnlichen Sportwettbewerb. Die Teilnehmer konnten den Umgang mit dem CSA praktisch trainieren und gleichzeitig Erfahrungen mit anderen Gefahrgut-Spezialisten austauschen. Das An- und Ausziehen eines Chemikalienschutzanzugs ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und kann im Einsatz bis zu zehn Minuten dauern. Während solche Abläufe normalerweise nur ein- bis zweimal im Jahr intensiv geübt werden, mussten die Teilnehmer beim Cup gleich sechs- bis siebenmal in ihre Schutzkleidung steigen.
Trotz der erschwerten Bedingungen entwickelten sich spannende Ballwechsel. Die eingeschränkte Sicht und Bewegungsfreiheit sowie die dicken Schutzhandschuhe machten selbst einfache Schläge zu einer Herausforderung.
Ein Team aus Pohlheim und auch zwei Einsatzkräfte aus dem Kreis nahmen aus dem heimischen Raum teil. Den Sieg holte sich schließlich Dillenburg-Niederscheld 1. Platz zwei ging an Fronhausen/Steffenberg 2, den dritten Platz belegte das gemischte Team Landkreis Gießen/Freiburg/Wesertal. Als Wanderpokal wird der Cup im kommenden Jahr bei den Gewinnern in Dillenburg-Niederscheld ausgetragen. Kraus zog ein positives Fazit. Der Wettbewerb habe gezeigt, dass sich Feuerwehrleute auch bei außergewöhnlichen Herausforderungen engagiert einbringen.
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